Tag des Weltfriedens: Eine digitale Friedensbewegung


“Der nächste Weltkrieg wird mit den Waffen des Informationszeitalters geschlagen.”, sagte der NSA-Chef. Wohl wissend, dass man mit dem Angstbegriff Terrorismus das perfekte Alibi für die lückenlose Aufzeichnung unserer Kommunikation und Bewegungen im Sekundentakt erschaffen hatte. Dabei ist das unpersönliche, chirurgische Morden der Hightech-Armee an den Krisenbrennpunkten der Welt der wahre Terrorismus.

Autonome Killersysteme exekutieren erbarmungslos und ohne jede rechtsstaatliche Legitimation wie in einem hyperrealistischen Videospiel. Wer dem Raster der Hightechkiller entflieht, ersäuft spätestens im Burggraben, dem Mittelmeer, denn die Festung Europa wird von einer elektronisch lückenlos überwachten Mauer eingehegt. Moralische Bedenken verlieren sich in der klinischen Anonymität des Netzwerkes der Joystickmörder und dem perfiden Strategie-Neusprech von der Verteidigung unserer Freiheit an den fernsten Orten dieser Welt. An den Terminals klebt Blut, während die Großmächte von heute mit Computerviren und Botnetzen den World-Wide-War von Morgen bereits vorbereiten. Die wenigen kritischen Netzaktivisten versucht man neuerdings sogar als Landesverräter zu diskreditieren. Jegliche Friedensdiplomatie wird durch das flächendeckende Abhören von Entscheidungsträgern ad absurdum geführt. Antiimperiale NATO-Kritik als antisemitischen Reflex zu diskreditieren, ist die neue Ultima Ratio militaristischer Thinktanks.

Der kafkaeske Alptraum kennt kein Ende, doch erinnert die Spirale der Aufrüstung des Informationszeitalters an jenes finstere Zeitalter, als sich West und Ost in erbitterter Feindschaft gegenseitig mit der vollkommenen nuklearen Annihilation bedrohten. Es war die anfangs als naiv verhöhnte, durch und durch antifaschistische Friedensbewegung der Achtziger, die jene Blöcke aus der Waffenstarre auftaute und mit der Perestroika sogar die Berliner Mauer einstürzen ließ.

Heute gilt es, diesen Pazifismus wieder zu beleben und eine digitale Friedensbewegung zu formieren, eine Dissidenz gegen das anonyme Morden im Informationszeitalter, die in den globalen Pazifismus mündet, um endlich nationale Grenzen zu überwinden.
Sie beschützt die Freiheit der Kommunikation gegen den Missbrauch von Militär und Geheimdiensten. Sie schützt vor Ausspähung und digitalen Doppelgängern. Sie ächtet Morde mittels Drohnen und unsere europäische Mittäterschaft daran.
Wir müssen den kalten Krieg im Netz mit Abrüstung überwinden, und wir müssen auch die nationalistischen Grenzen in den Köpfen überwinden, um den leisen Mord an unseren Grenzen für immer zu beenden.

One thought on “Tag des Weltfriedens: Eine digitale Friedensbewegung

  1. Hallo Bruno,

    findest Du nicht auch, daß es innerhalb der Piratenpartei einen erstaunlichen Wertewandel beim Thema Frieden gab? Menschen aus “feindlichen” Lagern, wechseln plötzlich in völlig neue Positionen, die sich völlig natürlich genauso unversöhnlich gegenüberstehen.

    Ich denke, daß leider sehr viele ihre Meinung mit einem begründeten Argument verwechseln. Den Menschen wurde ja eingebläut, daß im Markt alles seinen Wert hat, ein Urrteil gefällt werden müßte und so sind Diskussionen immer schwieriger zu führen, fast jeder bezieht Aussagen nur noch auf die eigene Person.

    Mir zeigt es, daß der Zustand der menschlichen Psyche schon weiten Teilen mehr in Mitleidenschaft gezogen wurde, als selbst ich dachte und das muß was heißen.

    Ich sage es mal frei nach Moritz Schlick vom Wiener Kreis:
    ALLE Regeln dienen nur einem Zweck, der Verhaltenssteuerung. Von Freiheit zu sprechen ist Tropfen Tinte verschwendet.
    (Auf dieser Grundlage Argumentiert die Hirnforschung)

    Was aufgebaut wuirde ist das Feindbild USA gegen Russland. Das ist nicht richtig, denn das US-Militär ist nur der Handlanger eines Glaubenssystems. Kein anderes hatte je mehr Einfluß auf Menschen.

    Das bedeutet, daß alle Regeln, die Verhaltenssteuerung der “westlichen Wertegemeinschaft” darauf ausgerichtet sind. Die Regeln definieren, was Gut und was Böse zu sein hat, sie generieren die Moral.

    Menschen, die Regeln fordern, sind nicht an Verständigung interessiert. Regeln sind ein Herrschaftsinstrument. Wer geregelte Freiheit fordert, ist nur ein glücklicher Sklave und kann die Bedeutung des Begriffes Freiheit nicht erfaßt haben.
    Eine Übereinkunft setzt Verständigung und damit gleiche Augenhöhe voraus.

    Über Regeln gibt es nichts zu Wissen, sie werden immer von Herrschenden gesetzt, der Untertan kann nur an die Richtigkeit dieser glauben. Subversion ist ein Mittel des Spaltens und Herrschens oder wie Pispers bemerkte, Dividende Et Impera. Das Mittel diese zu überwinden lautet Offenheit. Offenheit bedingt die Ablehnung jeder Ideologie, jeden Ideals. Ein Ideal setzt Glauben an dieses voraus.
    Ich lehne daher auch Pazifismus ab, aber das macht mich nicht zum Anhänger des Bellizismus. Nein, ich lehne Gewalt ab, aber auch, für jede Situation die gewaltfreie Antwort im VORAUS zu kennen, dies ist einfach nicht möglich, das bleibt den Göttern vorbehalten. Ein idealistischer Mensch glaubt sich bereits im Besitz aller endgültigen Erkenntnis, ein offener Mensch benötigt Wissen und ist lernfähig.
    Bedeutung ergibt sich erst aus Zusamenhängen und der jeweiligen Situation. Wer auf Regeln getrimmt ist, führt nur die konditionierten Anweisungen aus. Menschen können so tun, als ob es Regeln gäbe, abhängig von der Tiefe des Glaubens.

    Ich habe mir gestern abend den Friedensbewegungs-Stream angesehen und fand ein offenes Gespräch. Die Vorwürfe des Antisemiten bzw. des Nazis hat in der Piratenpartei mittlerweile eine Art Tradition, gerade weil er an den Haaren herbeigezogen wird.

    Institutionen aller Art wie Staaten, Nationen, Religionen, bestehen nur aus einem Regelwerk, der geschaffenen Realität. Mein Bezug ist die Wirklichkeit. Ein Mensch ist wirklich, ein Staat nicht. Ein Mensch existiert, ein Staat nicht. Begriffe wie Existenzrecht sind völlig sinnfrei, denn Existenz bedarf keines Rechts und Recht bedingt keiner Existenz.
    Deutsch, jüdisch, katholisch, amerikanisch, russisch, usw. sind keine Eigenschaften eines Menschen, sie sind Eigenschaften des gesteuerten Verhaltens.

    Das Existenzrecht Israels (oder Deutschlands oder anderer Staaten/Nationen) ist ein Glaubensbekenntnis, mehr nicht.

    Eine Wissensgesellschaft kann aber nicht auf Glauben aufbauen, das steht jedenfalls für mich fest.

    Es wird Zeit sich der Macht der Sprache bewußt zu werden, aber nicht indem sie anderen übergestülpt wird. Die Sprache hat ebensowenig ein Geschlecht, wie der Arsch. Der Mensch wertet, nicht die Sprache. Die Sprache beschreibt, sie ist nicht die Wirklichkeit. Genau darum geht es, zu erkennen, ob Sprache ein Konstrukt, die geschaffene unveränderliche Realität der Propaganda behauptet oder die veränderliche Wirklichkeit beschreibt.
    Sprache ist nur der Informationsträger, nicht die Information selbst.
    http://is.gd/neudenk

    Sorry für die Länge, ich finde es richtig und wichtig was Du hier machst und hätte dies auch von Piraten … ach, vergiß es, selber denken ist schwieriger als viele GLAUBEN… . Vielleicht treffen wir uns ja in Ramstein.

    Wissen ist Macht, Glauben ist Herrschaft, Der Wissende kann nicht herrschen, der Herrscher kann nicht wissen.
    Franz Maria Arwee

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