Nicht Banken sind systemrelevant, sondern der Mensch! (Rede Aschaffenburg)

aschaffenburg
Rede während Occupy Demo anlässlich des Merkel Besuchs, 18.Juli, Aschaffenburg

Wieviel müssen sich die Menschen in unserer Gesellschaft noch bieten lassen? Wie oft müssen wir uns noch die Lüge von den systemrelevanten Banken anhören? Systemrelevant sind die Menschen, nicht die Banken.
Das Ende des Wachstums ist schon lange erreicht. Nur die blinde Gier hält den Monetarismus und seine Ikone, das Geld im Fluss.

Das Raubtier Kapitalismus und seine samtäugige Schwester, die soziale Marktwirtschaft sind in der kapitalisitischen Selbstüberschätzung gescheitert. Sie lassen eine ausgeblutete und desozialisierete
Gesellschaft zurück. Anstatt dem Mensch zu dienen, ist das Geldsystem zu einem schwarzen Loch des Provits angewachsen. Es verschlingt materielle Werte. Er verkehrt moralische Werte ins Gegenteil und stürzt Menschen in den Untergang.

Der soziale Friede ist in akuter Gefahr! In vielen Ländern Europas und darüber hinaus gehen die Menschen aus Not – aus Not !!! auf die Straßen! Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch bei uns Dinge wie in Zypern, Griechenland und Frankreich passieren!
Und warum?!: Jede angemessene Form von sozialer Verantwortung wird auf dem Scheiterhaufen angeblich alternativloser Einschnitte verbrannt! Und das während die Umverteilung von Fleißig zu Reich in einem grotesken Maße zunimmt!

Der Wert unserer Arbeit und die Werte, die wir damit erwirtschaften können, sind völlig aus dem Gleichgewicht! Für mehr als 60% aller von Menschen geleisteten Arbeit erhält niemand ein Einkommen. Und über 60% aller Einkommen – aus Kapitalgewinnen oder auch Sozialleistungen – fließen an Menschen, ohne dass diese dafür arbeiten. Das kann ja wohl nicht wahr sein!

Arbeitslose werden aus qualifizierten Berufsfeldern in die Dienstleistung gezwängt, anstatt mit Mindestlöhnen, Gemeinwesen einen Ausweg aus der ökonomischen Krise der gescheiterten Vollbeschäftigungslüge zu finden.

Statt Vermögen nach unten zu verteilen oder über ein bedingungsloses Grundeinkommen nachzudenken, wird weiterhin in noeliberalem Maßstab nach oben spekuliert und verteilt.

Wer seine Arbeitslosenstatistik um ALG II Empfänger und Aufstocker kürzt, die quasi in Depression und Armut leben, hat sich längst von einer objektiven Bewertung des Lebensstandards verabschiedet. Wer
Politik nur nach Zielgruppen ausrichtet und ganze Bevölkerungsteile ausschließt, öffnet die soziale Schere und ist Schuld an der Wut der Bürger.

Wer Menschen mit Angst kontrolliert, ihre Würde nimmt, sie sozial verwahrlost, jeder Perspektive beraubt und dann aus dem eigenen Wohlstand heraus Verzicht predigt, vergewaltigt die Demokratie.

Wer dann noch mit mangelhafter Nachvollziehbarkeit einen Bericht zur Reichtums- und Armutsverteilung in Deutschland zensiert, braucht sich über die politische Verdrossenheit der Wähler nicht zu wundern.

Hätte sich die FDP nicht schon längst selbst abgeschafft – man müsste sie als Gefahr für den sozialen Frieden in unserem Land verbieten.
Wir müssen endlich den Mensch vor die Märkte stellen. Wir müssen den Wandel von der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft von Morgen als Chance für alle gestalten.

Wir müssen den Begriff der Arbeit neu denken. Die neue Informationsgesellschaft wird mehr und mehr die klassischen Arbeitsplätze zwischen Industrie und Dienstleistung verdrängen.

Dazu brauchen wir das bedingungslose Grundeinkommen. Beruf aus Berufung muss sich über den Arbeitsbegriff des 19. Jahrhunderts erheben und von der reinen Existenzsicherung lösen.

An die Stelle von blanker Rentabilität muss Lebensqualität und Entfaltung treten. Teilhabe schöpft nicht nur aus den Vollen des Potentials sondern haucht unserem Land der Dichter und Denker einen neuen Gründergeist ein.

Gemeinwesen und die Kraft von Wissen, Bildung und Kultur unterscheidet sich wesentlich vom Turbokapitalismus und Neoliberalismus. Mit dem Internet der Dinge wird sich das Verhältnis zwischen Besitz, Ideen, Kapital und Arbeit noch rasanter verändern. Wer potentiell besitzt, lernt schnell, dass die Pflege gemeinsam genutzter Güter, Infrastrukturen und kultureller Vielfalt den
Wachstumsbegriff verwandelt. Wir stellen das Glück vor den Konsum. Wir stellen die Menschen vor die Märkte.
Wir wollen das Miteinander statt der Ellenbogengesellschaft. wir fordern Kollaboration statt Konfrontation.

Und wir rufen Frau Merkel laut entgegen:
Nicht Banken sind systemrelevant, sondern Menschen und unser solidarischer Generationenvertrag

Und hier noch der Empfang im Neuland Aschaffenburg für Angela Merkel:

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