Elektronische Fußfessel für Verkehrssünder

autu
Die lückenlose Ausspähung des physischen Raums hat bereits begonnen, bevor das Internet der Dinge via IPv6 überhaupt loslegt.
Nein, es geht gerade nicht um die Bestandsdatenauskunft und auch nicht um eine neue Trojaner Software.

Nachdem der Telefonprovider Telefónica gemeinsam mit der Generali Versicherung bereits die erste Testphase im Datenschutz unkritischen Spanien absolviert hatte, soll jetzt in Deutschland eine neue Technologie eingesetzt werden. Hinter dem Namen Insurance Telematic verbirgt sich der digitale Onlinefahrtenschreiber.
Zuerst wird dabei auf positives Marketing gesetzt: Natürlich nur auf freiwilliger Basis um Boni und günstigere Tarife bei der Kfz-Versicherung zu ergattern, soll die Telematic zur Aufzeichnung des Fahrverhaltens bei Freiwilligen eingebaut werden. Daten wie Geschwindigkeit und Fahrzeiten werden damit automatisch per Mobilverbindung übertragen und werten dann das Risikopotential des einzelnen Fahrzeuges und seines Halters aus.

Man muss sich einmal klar machen, was diese Technologie bedeutet, sobald eine erste Phase des Austestens zu Ende gegangen ist. Wenn Autoversicherer nach einer Phase der Gewöhnung diese Technologie verpflichtend einbauen lassen um Risikogruppen besser einem Tarif zuzuordnen. Wenn die Daten in Hände Dritter geraten. Wenn die automatische Verbindung von Geschwindigkeit, Uhrzeit und Ort nicht nur ein lückenloses Bewegungsprofil über den Fahrer ermöglicht, sondern die Behörden diese Daten auch zur Ermittlung von Verkehrsdelikten sichten möchten.

Erst letztes Wochenende sind wir gemeinsam gegen die Bestandsdatenauskunft auf die Straße gegangen, die der Polizei einen erweiterten Spielraum und Zugang zu unseren Daten bei unseren Providern ermöglicht.

Die Kombination von Datamining/Profiling der Big Data, des Ausspähens der digitalen Privatsphäre und des Internetverkehrs, sowie der neuen drohenden Überwachung im physischen Leben per Mobilfunk machen unsere täglichen Aktionen nicht nur voraussehbar, sondern schüchtern jegliche Abweichung eines genormten und kontrollierten Verhaltens ein. Wenn die unmittelbare Konsequenz aus einem kleinen Regelverstoß die Onlineobservation und Ahndung bedeutet, dann gilt statt der Unschuldsvermutung der Generalverdacht während jeder Bürger bereits prophylaktisch die elektronische Fußfessel trägt.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Telefonica-vernetzt-das-Auto-mit-der-Versicherung-1842870.html

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