Rede zum NPD Aufmarsch in Bayreuth

Liebe Bayreuther,

In Anbetracht der platten Anti EU Propaganda der Nazis auf der anderen Strassenseite möchte ich eine Lanze für unser Europa brechen.
Wir leben in Würde, Frieden und Selbstbestimmung mit unseren Nachbarn
in Europa. Ein Europa das seine Stärke aus der Vielfalt bezieht.
Wir sind in Europa eine Gemeinschaft die nicht nur auf die gemeinsame Währung baut, sondern auf eine bunte, solidarische Familie der gemeinsamen Werte.

Aber all das ist nicht selbstverständlich!

Denn wir Deutschen haben in unserer Vergangenheit Wunden gerissen, die unsagbar tief und unfassbar grausam waren. Unser Land hat Elend, Verwüstung und einen Völkermord begangen, der in seiner Brutalität kein Gleichnis kennt. Das Nazideutschland hat Menschen nach ihrer Herkunft und Rasse unterteilt, ausgebeutet, vertrieben und ermordet.
Wir haben dabei auch unsere eigene jüdisch-deutsche Wiege der Kunst, Kultur und Wissenschaften zerstört. 

Trotzdem hat man uns wieder in die Mitte der Völker Europas aufgenommen, denn wir sind Teil einer Familie die auf die Demokratie, den Humanismus und das Miteinander baut.
Man hat unserer Generation verziehen, auch weil wir die Erinnerung an das schreckliche Erbe wach halten.

Und gerade Bayreuth trägt eine besondere Verantwortung für die Vergangenheit.
Das Werk Wagners und die Stadt Bayreuth war die Gralsburg der Nazi Selbsterhöhung und des sinnlosen arischen Hasses auf andere Völker. Wir dürfen dieses furchtbare Erbe nicht neben der grossartigen Musik Wagners vergessen.

Umso mehr schmerzt es in Bayreuth, Menschen aufmarschieren zu sehen, die weder aus der Vergangenheit gelernt, noch die Gegenwart begriffen haben, jedoch unser aller Zukunft mit ihrer unmenschlichen Dokrin vergiften.

Wenn diese Menschen jetzt “Raus aus dem Euro” rufen, wollen sie unsere multikulturelle Gesellschaft zurück ins Zeitalter der Ausgrenzung, der Vorurteile und der nationalen Selbstüberhöhung werfen. Ihre völkischen Parolen und ihre nationale Kleinstaaterei gefährdet die wichtigste europäische Errungenschaft, den dauerhaften Frieden in Europa und das solidarische Miteinander.
Und all das nur, weil ihr eigenes Denken Grenzen nicht überwinden kann und immer zu den einfachsten Lösungen strebt. Lösungen, die oft mit Gewalt einhergehen.

Wir Vergessen keines der Opfer des Neonaziterrors in den letzten 20 Jahren. 182 Tote sind die Bilanz der Menschenverachtung rechter Gewalt in unserem Land.

Wir stehen hier für Toleranz, Miteinander und Völkerverständigung
Für die Freiheit und die Vielfalt unserer Welt. Und für unser Europa, das wir uns nicht von Nazis kaputt machen lassen, denn wir sind Europäer im Herzen und Weltbürger im Verstand.

Nie wieder Faschismus, Nationalismus und Neonazismus

4 thoughts on “Rede zum NPD Aufmarsch in Bayreuth

  1. Also ich glaube nicht, daß wir in Europa von Selbstbestimmung reden können. Die Regierungen werden von Wirtschaftsbossen gelenkt. Die Menschen werden manipuliert und abgelenkt von den wahren Problemen, mit Massenmedien die Panik verbreiten wo keine von nöten ist. Terrorismus, Seuchen u.s.w. Wir brauchen keinen Euro. Wir brauchen verschiedene Währungen die stabil sind. Dieses Finanzsystem wird zusammenbrechen. Griechenland, Spanien und Italien sind nur der Anfang. Frag mal Wirtschaftswissenschaftler. Andreas Popp z.B.

    Aber Faschismus braucht wirklich keiner.

    • “Wir brauchen verschiedene Währungen die stabil sind.”

      Die Vergangenheit hat gezeigt, dass beides nicht wirklich funktioniert, also “verschiedene Währungen” + “stabil”. Allerdings kann jede Region eine eigene zusätzliche Währung einführen, siehe den Chiemgauer im Chiemgau, dort benutzt auch kaum noch jemand den Euro oder würde eine D-Mark oder was auch immer verwenden, aber man hat trotzdem zusätzlich die Möglichkeit damit zu bezahlen, was ich gut finde, dadurch hat man einfach mehr Freiheiten.

      “Dieses Finanzsystem wird zusammenbrechen.”

      Kommt darauf an, unser derzeitiges Finanzsystem funktioniert defakto so, dass sich alle Staaten (massiv) verschulden (geringe Steuereinnahmen, hohe Ausgaben), um damit ein großes Privatvermögen zu ermöglichen, mehr oder weniger für den ruhigen Schlaf, weil das ganze Geld gar nicht nicht im Realgütermarkt wirksam werden könnte, außer wir würden alle nur noch 24h/7Tage die Woche arbeiten und die natürlichen Ressourcen noch stärker “überanspruchen”. Ein “Zusammenbrechen” an sich wird es sicherlich nicht geben, es werden einfach immer mehr Schulden gemacht und irgendwann dann mal ein Schuldenschnitt zwischenrein, am besten dann gleich für den gesamten Euroraum. Deutschland ist im Übrigen absolut gesehen eh das Land mit den meisten Schulden, weshalb zur “Verschleierung” der Schuldenstand gern ins Verhältnis zum Volkseinkommen gesetzt wir, als hätten wir eine Garantie dafür, dass auch in Zukunft unser Einkommen noch genauso hoch sein wird.

      “Aber Faschismus braucht wirklich keiner.”

      Da sind wir uns einig, Bruno hat daneben noch “Nationalismus und Neonazismus” angesprochen, auch das brauchen wir nicht, obwohl es leider nicht ausreicht einen aus Nationalismus geborenen Weltkrieg zu verlieren, um diesen Mist aus den Köpfen der Leute zu bringen.:/

      Viele Grüße
      René

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