Kommentar zu den “schöpferischen” Mediabossen


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Diese acht Herren verkörpern alle Eines:
Sie verdienen an den Leistungen und Schöpfungen Anderer.
Sie sind keine Urheber oder kreativ Tätige.
Sie stellen klassische Verwerter dar, die so lange als möglich an den alten Besitzstandsmodellen festhalten und sie unskaliert auf das Netz anwenden wollen.

Sehr geehrter Herr Dopheide,
Irrtum – Ideen sind nicht geschützt und werden es auch nie sein. Ihre Idee, durch Werbung Geld zu verdienen hat Sie wohl sehr reich gemacht. Zum Glück darf aber auch jeder Andere eine Werbeagentur gründen.

Sehr geehrter Herr Welte,
mit parasitärer Nutzung meinen Sie sicher die transformationelle Nutzung von Werken anderer. Das diese oft origineller sind als die Werke aus dem Hause Burda, mag Sie an der eigenen Geschäftsidee zweifeln lassen. Fakt ist: Das beflügelt Kultur.

Sehr geehrter Herr Buchholz,
Wer so wie Sie in einem Verlagshaus mit 500 Publikationen zum einseitigen journalistischen Feldzug gegen Ideen der Piraten ruft (Mediabiz), verstößt nicht nur gegen eine journalistisch ausgewogene Berichterstattung, sondern möchte seine Medienmacht gewalttätig und aggressiv für die eigenen Interessen einsetzen“

Sehr geehrter Herr Konken,
vom Leistungsschutzrecht im Internet hat der einzelne Journalist gar nichts, denn die meisten Journalisten müssen “Total Buy Out” Verträge unterschreiben, die sämtliche Beteiligungen ausschliessen.

Sehr geehrter Herr Thoma,
wir glauben Ihnen ungesehen, dass Sie nur für Geld aktiv werden. Kunst und Kultur folgt jedoch einem inneren Reflex des Kreativen und will zuerst einmal nur Rezeption. Vielleicht kommen Sie ja mal drauf, es ist nie zu spät.

Sehr geehrter Herr Heinen,
die wahre Vielfalt der Medien begann erst mit dem Internet. Davor gab es das Nadelöhr der wirtschaftlich-politischen Selektion kultureller Güter.

Sehr Herr Middelhoff,
Sie wollen Bezahlsysteme. Dagegen spricht nichts. Solange diese nicht wettbewerblich durch ungerechtfertig hohe Lizenzen blockiert werden, wie in einem Jahrzehnt der Nichteinigung Bitkom/GEMA. Die Auswahl, das Vorhören und Vorsehen im Internet wird es trotzdem geben. Der Nutzer muss selbst entscheiden können, was einen Kauf individuell rechtfertigt oder nicht.

Sehr geehrter Herr Karpinski,
Ideen gehören niemanden. Und die Gleichsetzung der Begriffe „geistiges“ und „physisches“ Eigentum sind genauso tendenziös wie „Raubkopie“. Hier ging jede Verhältnismässigkeit sträflich verloren.

Sehr geehrter Herr Leonhard,
wir wollen klare Gesetze und eine Urheberrecht das dem Wandel zur Informationsgesellschaft gerecht wird. Aber eine Kopie ist kein Raub.

8 thoughts on “Kommentar zu den “schöpferischen” Mediabossen

  1. Die Herren, die ihren Kopf gern behalten können, denken in erster Linie an sich selbst und werfen dann genau diese Denke noch dreist denjenigen die unglaubliche Geldsummen jeden Monat in den Kulturgütermarkt stecken vor.

    Einfach nur noch traurig, wie man mit genug Geld die klassischen Medien für sich benutzen kann, wie ein Bauchredner die Puppe.

    Viele Grüße
    René

  2. Pingback: Linksammlung Urheberrecht

  3. Es ist unfassbar, wie engstirning und ignorant Menschen in solchen Positionen sind. Diese Leute schießen sich mehrfach ins eigene Knie: entweder sie sind nicht willens, unser Programm zu lesen, oder (was wesentlich schlimmer ist) sie sind nicht in der Lage dazu. Ich frage mich immer noch, wie man “wir wollen das Urheberrecht reformieren und nicht abschaffen” falsch verstehen kann…

  4. Pingback: Mein Kopf gehört mir | König von Haunstetten

  5. Pingback: Glanzlichter 91: 47 Manager, 15 Thesen und die Muppets « … Kaffee bei mir?

  6. Pingback: Linksammlung Urheberrecht | Blog HeikeRost.com

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